04.09.2018 Dienstag Was ist denn das für ein neues Abzeichen?

Immer wieder sind, insbesondere in touristisch geprägten Gegenden, Angebote zum Erwerb von kreativen "Schwimmabzeichen", wie Seeräuber, Pirat, Seehund, und Ähnlichem sowie des Totenkopfabzeichens zu sehen. Wir warnen ausdrücklich vor der unreflektierten Teilnahme an diesen Kursen und insbesondere vor einer Überbewertung solcher Abzeichen.

„Einheitliche Standards sind für die Schwimmausbildung sinnvoll und notwendig, da nur dann in ganz Deutschland die Ausbildung effektiv und aufeinander aufbauend erfolgen kann. Fähigkeiten und Leistungen sind aber nur beurteilbar, wenn immer und überall die gleichen Maßstäbe zugrunde liegen. Die offiziellen Schwimmabzeichen bieten genau dies, bauen didaktisch sinnvoll aufeinander auf und berücksichtigen die geistige und körperliche Entwicklung eines Kindes in den verschiedenen Altersstufen. Darüber hinausgehende Schwimmabzeichen sind völlig überflüssig und bringen keinerlei Vorteile mit sich, sie nützen nur dem, der sie auf den Markt bringt“, erläutert Ludger Schulte-Hülsmann, Generalsekretär der DLRG.

So fließen auch nur die offiziellen Schwimmabzeichen als Bewertungsgrundlage in die Benotung, z.B. gegebenenfalls als zusätzlicher Pluspunkt im Sportunterricht, ein und nur diese bieten Aufsichtspersonen, etwa bei Klassenfahrten und Zeltlagern, eine verlässliche Einschätzung der Schwimmfähigkeit der Kinder.

Die offiziellen Schwimmabzeichen wurden im Jahr 1977 von den schwimmsporttreibenden Verbänden - ASB (seit 1990), BDS, DLRG, DRK, DSV, DTB und VDST - die jetzt im Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung (BFS) zusammengeschlossen sind, gemeinsam entwickelt und sind markenrechtlich für den BFS geschützt.
Gleichzeitig wurde damals auch eine einheitliche Deutsche Prüfungsordnung verabschiedet, nach der alle Verbände ausbilden und Prüfungen mit anschließender Ausgabe der Urkunden und Abzeichen abnehmen.

Eine Vereinbarung der Verbände mit den Kultusministern der Länder (KMK) stellt darüber hinaus sicher, dass auch in Schulen bundesweit nach dieser Prüfungsordnung ausgebildet und geprüft wird und nur die offiziellen Urkunden / Abzeichen ausgegeben werden.
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft bildet ausschließlich nach der Deutschen Prüfungsordnung aus und vergibt auch nur die offiziellen Schwimmabzeichen, denn nur damit ist sichergestellt, dass alle erbrachten Leistungen vergleichbar sind und eine einheitliche Schwimmausbildung in der gesamten Bundesrepublik erfolgt.

Diese bunten Urkunden am Ende des Urlaubs mögen eine schöne Erinnerung sein, haben jedoch für die Sicherheit im und am Wasser keinerlei Wert. Werden sogar nur solche Abzeichen (statt den offiziellen Schwimmabzeichen) ausgegeben, liegt eine fehlende Qualifikation der eingesetzten Ausbilder nahe.

 

Kategorie(n)
Sonstige

Von: Simon Sander

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